Finderlohn? Wozu? Unnötig!

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Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch.
Das ist das Gesetz und die Propheten.
(Matthaeus 7:12)

Aus aktuellem Anlass stellte ich mir mal die Frage, wieso es überhaupt einen Finderlohn gibt. Nach § 971 BGB beträgt dieser zwischen drei und fünf Prozent des Fundwertes. Aber was erreicht der Gesetzgeber damit beziehungsweise welche Anreize löst er dadurch aus.

Meiner Ansicht nach, kann der Finderlohn nicht zum Ziel haben, dass ein Finder (allein) deshalb die gefundene Sache abgibt. So würden monetär kalkulierende Menschen eher den Gegenstand behalten oder weiterverkaufen. Dadurch könnten sie tendenziell einen höheren Ertrag/Nutzen erzielen, als durch die maximal fünf Prozent Finderlohn (eine Fundunterschlagung ist selten nachweisbar, so dass mithin eine Rechtsverfolgung unwahrscheinlich respektive die Kosten daraus gering sind). Nicht allein monetär kalkulierende Menschen die keine offensichtlich verlorenen Sachen ihr eigen nennen wollen, werden ebenfalls nicht vom Finderlohn beeinflusst. Unabhängig davon, ob das Behalten der Fundsache legal oder illegal ist, werden sie wegen ihrer Grundsätze oder aus Empathie mit dem Verlierer versuchen, die Fundsache dem Eigentümer zu übergeben. Folglich ist nicht davon auszugehen, dass durch den Finderlohn mehr Fundsachen zu ihren rechtmäßigen Eigentümern gelangen.

Natürlich könnte man anmerken, dass der Finderlohn als Ersatz für etwaige Kosten (u. a. Porto) des Finders bei der Rückgabe zu interpretieren ist. Jedoch ist es einerseits selbstverständlich, dass der Verlierer die Kosten des Finders übernimmt. Andererseits sind die Aufwendungen des Finders weitestgehend unabhängig von dem Wert der Fundsache.

Also warum regelt der Staat den „Lohn“ eines Finders? Da sowohl das Anreiz- als auch das Aufwandsargument nicht überzeugen, kann es sich grundsätzlich nur um eine Anerkennung für eine „tolle“ Leistung handeln – vergleichbar mit der Bezahlung von Kindern durch ihre Eltern für die Hausarbeit oder für eine gute (Zeugnis-)Note. Aber muss dies legislativ geregelt werden? Mit Nichten. Anerkennungen sind eher private Angelegenheiten und verlieren doch ein wenig ihren Zweck, falls sie zur regulierten Pflicht werden. Ein Dank, große Freude oder ein kleines Geschenk zeigen dem Finder doch mehr Anerkennung, als (pflichtgemäßes) Geld.

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