Essensphotos

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Neugierig, freudig und hungrig wird der Supermarkt auf dem Heimweg nach der Arbeit mit suchenden Augen und kreisenden Gedanken durchstreift_ Obstauslage, Gemuesestellage, Kaesekuehlfach, Wursttheke, Fischstand, Gewuerzecke, Brotregal und Internationale-Spezialitaeten-Gang … das, dieses und jenes *schwupps* in den Korb, hin zur Kasse und ab nach Hause.

Tuer auf, Radiostream an, Schneidebrett samt Messer ´raus, Tellerchen aufgestellt und ab geht die Schnippelei. Kochbuch? Sieht geordnet mit den anderen im Regal schick und sophisticated aus. Manchmal muss es eben Freestyle (aus der Erinnerung an Jamie Oliver) sein. Wird schon. Sonst gibt es Sushi vom Lieblingsjapaner. Immer eine Reise wert – Gochiso Samadeshita. Heute aber gilt der Versuch. Vorbereitung fertig, Zubereitung starten.

´Mmmh … oishiso… legger es wird … gut es aussieht´ denkt sich der eifrige Koch-Padawan und das Wasser beginnt im Mund zusammenzufließen ob der Vorfreude und der Entzueckung ueber die Leckerei die sich der Gaumen ausmalt. Der Teller befuellt und das Besteck zur Hand … moooment … so stolz der emsige Kiekindiewelt-Koch ist, so selbstredend das koestliche Mahl ist kundzutun. Auch wenn Eigenlob stinkt – kurz mal durchlueften – gezueckt wird das Smartphone und „geshared“ wird das Essensphoto. Die „Freunde“ ueberall auf der Welt sind doch jederzeit mit Blauen Gesichtern online. Meinung ist gefragt. Obwohl nicht jeder Senf zum Gericht passt.

Und? Doofe und gemeine Kommentare und noch viel schlimmer – keine Reaktionen! Warum? Sieht man nicht die Muehsal hinter dem Gericht? Ist es nicht lobenswert selber zu kochen? Aus den Hunderten von Kochshows endlich etwas abzuschauen statt die Shows betrachtend lediglich mit „ah … mmmh … sieht lecker aus … koennte man mal…“ zu rezipieren? Bestellen kann doch jeder! Essen gehen kann doch jeder!

Der Ueberdruss gegenueber Essensphotos_ Wieso? Weshalb? Warum? Liegt es an der oftmaligen Banalitaet der Essensphotos? Der Anzahl der verbreiteten Essensphotos? Das Mitteilen des Ortes der Aufnahme der Essensphotos? Es sind wohl genau diese drei Aspekte die, bei jedem in unterschiedlich stark empfundener Auspraegung, die meisten ueber Essensphotos den Kopf schuetteln lassen. Oder schlicht Desinteresse an diesem Thema. Jeder wie er „liked“.

Aber koennen solche Essensphotos nicht als Anreiz dienen? Mal etwas Neues auszuprobieren? Etwas Abwechslung einkehren zu lassen? Gar als Hinweis auf gute oder besondere Restaurants? Ein Teilhaben am Leben der „Freunde“ die entfernt wohnen? Fuenf mal ein JA! Die letzten beiden Jas durch eigene Selbsterfahrung per Blauem Gesicht. So bloede sind die doch nicht. Und mit den Photo-Apps der Smartphones sieht sogar schlechter Fisch aesthetisch aus. Mithin transportieren die bearbeiteten Essensphotos die Stimmung des Momentes im Stadtpark, im Café, im Restaurant, am Herd, auf dem Balkon oder am See den der Photograph erlebt. Toll!

Her mit den Essensphotos! Bitte danke.

Itadakimasu.

Post Scriptum_ Apropos Sushi und Reise … ueber Einladung ins Sukiyabashi Jiro von Jiro Ono freue ich mich tierisch. Aber bitte an ein Flugticket denken. Getraenke zahle ich.

2 Kommentare

  1. gedankenpolier

    Ist es die Missgunst, ob Deiner Koch-, Photographierkünste? Ich denke schon!

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