Filehoster und ihre Preise – für jeden etwas?

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„Menschenkenner haben immer gewusst,

dass man den Leuten eine teure Sache leichter verkaufen kann als eine billige.“
W. Somerset Maugham

Filehoster sind in den letzten Jahren im Internet aus dem Boden geschossen, wie Pilze im Spätsommer. Diese stellen quasi eine Onlinefestplatte dar, auf denen die Nutzer ihre Daten speichern können, um später selber darauf zuzugreifen. Zum Teil ist es auch möglich, dass andere Nutzer auf die Daten  zugreifen können, wenn sie einen Verweis auf die Daten haben. Diese Angebote werden natürlich auch für den Austausch von urheberrechtlich geschützten Inhalten benutzt, wie das Beispiel Megaupload zeigte. Ökonomisch sind diese Anbieter interessant, weil sie zum Teil sehr schön die verschiedenen Formen der Preisdifferenzierung darstellen.

Zwar gibt es Anbieter wie filestore oder zippyshare, die sich gar keine Gedanken über Preise machen, denn sie bleiben komplett für alle kostenlos. Das bedeutet vor allem, dass sie keine Sonderleistungen für zahlende Kunden anbieten. Bei den in der Tabelle dargestellten Anbietern werden hingegen  Premiumkonten angeboten, die erweiterte Funktionen anbieten, wie unbegrenzt Vorhaltezeit, Geschwindigkeit und  Downloadvolumen oder die Möglichkeit direkter, paralleler und wiederaufnehmbarer Downloads sowie keiner Werbung.

Sie vollziehen somit eine erste Preisdifferenzierung in dem sie zwischen zahlenden und nicht zahlenden Kunden unterscheiden. Zahlenden Kunden wird ein Zusatznutzen angeboten. Sprich die Nutzer, die das Angebot intensiver nutzen und den vollen Funktionsumfang haben möchten und dafür eine höhere Zahlungsbereitschaft besitzen, als die übrigen, bezahlen eine Gebühr. Das bedeutet nicht, dass die Premiumfunktionen auch mehr Kosten verursachen und somit einen höheren Preis rechtfertigen. Nein vielmehr werden auch „Schikanen“ eingebaut, damit Leute mit einer hohen Zahlungsbereitschaft nicht auf die Idee kommen, auf ihr Premiumkonto zu verzichten. Dazu zählen zum Beispiel die feste geringe Datenübertragung (Klar das Premiumnutzer bevorzugt werden. Wenn aber keine weiteren Daten übertragen werden könnte aber die Geschwindigkeit für die Nichtzahler höher sein.), die Wartezeit vorm Download oder auch die Einschränkung auf einen Download in einem bestimmten Zeitraum.

Hierbei wird auch von einer qualitativen Preisdifferenzierung gesprochen, da der Preisunterschied auf den verschiedenen Qualitäten beruht. Es handelt sich zudem um eine Preisdifferenzierung zweiten Grades, da die Anbieter die Präferenzen der Nutzer nicht wissen (wenn sie sie wüssten, dann wäre eine Preisdifferenzierung ersten Grades möglich und die gesamte Konsumentenrente könnte abgeschöpft werden). Vielmehr bieten sie ihren Kunden ein Menü aus Verträgen an, aus denen diese selber entscheiden können, welchen Vertrag sie abschließen. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich die Preisdifferenzierung innerhalb der Premiumkonten anschaut.

So werden von den Anbietern bis zu sechs verschiedene Premiumverträge angeboten, die lediglich auf unterschiedlichen Laufzeiten beruhen (quantitative Preisdifferenzierung). Verträge über wenige Tage bieten die Möglichkeit zum Ausprobieren oder sind für Nutzer, die den Dienst nur für kurze Zeit benötigen. Der Preis ist dafür pro Tag gerechnet sehr hoch und liegt bei 1,66-4,99 pro Tag. Die nächste Kategorie sind Verträge über mehrere Monate bis zu einem halben Jahr, wobei hier schon ein hoher Tagespreisrabatt gegeben wird. Der Nutzer  muss pro Tag nur noch rund 0,17-0,33 Euro bezahlen und für Nutzer, die  langfristig die Dienste nutzen wollen, bezahlen 0,14-0,19 Euro pro Tag, müssen aber mindestens ein Jahr dabei bleiben.

Es wird deutlich, dass der größte Preissprung zwischen der kurzen und mittleren Laufzeit besteht. Also zwischen Gelegenheitsnutzern und Intensivnutzern. Anschließend fällt auf, dass die Anzahl der Stufen variiert. So bietet beispielhaft Rapidshare nur drei Verträge an und Upload.de oder Freakshare sechs Verträge. Interessant wäre zu wissen, wie die Verteilung der ausgewählten Verträge ist und ob die Nutzer auch hier die goldene Mitte bevorzugen. Ferner wird deutlich, dass sich die Preise der Anbieter auf den unterschiedlichen Stufen zum Teil gleichen und man keinen Preisführer über alle Stufen ausmachen kann.

Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, warum die Anbieter ihre Preise nicht stärker nach der Qualität differenzieren. Sprich höhere Preise für die Nutzer verlangen, die ein höheres Datenvolumen speichern möchten, oder die viele Daten hoch- und herunterladen möchten. Außer zwischen der Premium- und der Kostenlosenversion wird dies nicht betrachtet, sondern lediglich die Dauer der Speicherung berücksichtigt.

Tage 1 2 3 30 36 60 90 130 150 180 360 720 ewig
Rapidshare Paketpreis 9,90 29,90 99,90
Preis/Tag 0,33 0,20 0,14
Upload.de 4,99 9,99 24,99 39,99 69,99 249,99
2,50 0,33 0,28 0,22 0,19
share-online.biz 4,49 8,49 10,00 17,99 25,00
1,80 0,28 0,28 0,20 0,19
netload.in 4,99 9,50 24,99 39,99 64,99 99,90
2,50 0,32 0,28 0,22 0,18 0,14
datei.to 4,99 7,99 19,99 29,99 59,99
1,66 0,27 0,22 0,17 0,17
depositfiles.com 8,95 14,95 32,95 54,95
0,30 0,25 0,18 0,15
www.wupload.de 9,00 25,00 35,00 55,00
0,30 0,28 0,19 0,15
freakshare.com 4,99 9,99 24,99 39,99 64,99 99,99
4,99 0,33 0,28 0,22 0,18 0,14
www.crocko.com
(in $)
11,95 29,95 44,95 58,95
0,40 0,33 0,25 0,16

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